Ak­tu­el­les zur Co­ro­na-Pan­de­mie

Ver­ord­nun­gen

Eindämmungsverordnung Land Brandenburg

Das Landeskabinett hat eine neue Eindämmungsverordnung beschlossen. Diese tritt ab dem 24. November 2021 in Kraft und gilt vorerst bis 15. Dezember 2021. Nachfolgend haben wir die Regelungen zusammengefasst, die für Musik- und Kunstschulen von unmittelbarer Relevanz sind.

Musik- und Kunstschulen

Für die Arbeit der Musik- und Kunstschulen gelten auf Grundlage eines individuellen Hygienekonzeptes folgende Maßnahmen:

  • Teilnehmende müssen vor Beginn eines jeden Unterrichtstages in Präsenz einen Testnachweis vorlegen (§ 25 Abs. 2 Satz 1). Die Vorlage eines Antigen-Selbsttests, bei Minderjährigen von einem Sorgeberechtigten unterzeichnet, ist zulässig (§ 25 Abs. 2 Satz 2). Die Verordnung ist dergestalt formuliert, dass damit weiterhin auch Tests gelten, die im Rahmen der Schultestungen durchgeführt wurden (§ 25 Abs. 2 Satz 1). Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr sowie Geimpfte und Genesene (§ 6 Abs. 2).
  • Es gilt eine Maskenpflicht; diese gilt nicht, wenn die Eigenart der Bildungsmaßnahme dies nicht zulässt (§ 25 Abs. 1 Nr. 2a), zum Beispiel beim Singen oder Spielen von Blasinstrumenten.
  • Es gilt ein Luftaustauschgebot in Innenräumen (§ 25 Abs. 1 Nr. 2b).
  • Beim Singen und Spielen von Blasinstrumenten ist ein Mindestabstand von 2m einzuhalten (§ 25 Abs. 3). Dieser Mindestabstand von 2m entfällt nur, wenn das 2G Modell Anwendung findet und darauf deutlich hingewiesen wird.

Interne Klassenvorspiele, die Teil der pädagogischen Arbeit sind, sind wie Unterricht zu behandeln.
 
Künstlerische Amateurensembles

Das Zusammenspiel im Ensemble ist in geschlossenen Räumen nur noch unter Einhaltung der 2G-Regelung zugelassen. Der Mindestabstand von 2m beim Singen und Spielen von Blasinstrumenten entfällt. Die Regelung gilt bei Auftritten von Musikschulensembles auch für das Geschehen auf und hinter der Bühne (§ 21). Es gelten die üblichen Ausnahmen für Minderjährige (siehe unten: 2G-Personenkreis).
 
Galerien- und Konzertbetrieb

Betreiberinnen und Betreiber von Kultureinrichtungen, u.a. Theater, Galerien und Konzerthäuser, haben auf der Grundlage eines individuellen Hygienekonzeptes

  • die Steuerung und Beschränkung des Zutritts sicherzustellen,
  • den Zutritt ausschließlich dem 2G-Personenkreis zu gewähren und darauf hinzuweisen,
  • die Personendaten zu erfassen und
  • die Raumluft regelmäßig auszutauschen (§ 20 Ab. 1 Nr. 1-5).  

Veranstaltungen

Veranstaltungen mit Unterhaltungscharakter z.B. öffentliche Konzerte oder Ausstellungseröffnungen sind auf Grundlage eines individuellen Hygienekonzeptes und bei Umsetzung folgender Maßnahmen möglich (§ 11 Abs. 4): Steuerung und Beschränkung des Zutritts, Zutritt nur für 2G-Personenkreis und entsprechende Kennzeichnung des Raumes, Erfassung der Personendaten und regelmäßiger Austausch der Raumluft (§ 11 Abs. 4 Nr. 1-5).
 
Veranstaltungen ohne Unterhaltungscharakter sind über den 2G-Personenkreis hinaus auch für getestete Personen zugänglich (§ 11 Abs. 1 Nr. 2). Über die Steuerung und Beschränkung des Zutritts, die Erfassung der Personendaten und die Einhaltung des Abstandsgebots (§ 11 Abs. 1 Nr. 1 und 3) hinaus gilt ein Abstandsgebot zwischen festen Sitzplätzen von 1m (§ 11 Abs. 1 Nr. 4). Nur auf den festen Sitzplätzen entfällt in Innenräumen die Maskenpflicht (§ 11 Abs. 1 Nr. 5b).
 
Veranstaltungen ohne Unterhaltungscharakter sind unter freiem Himmel mit bis zu 250 und in geschlossenen Räumen mit bis zu 100 Besucherinnen und Besuchern zulässig (§ 11 Abs. 1 Satz 2). Das zuständige Gesundheitsamt kann auf Antrag Ausnahmen zulassen (§ 11 Abs. 2 Satz 1). Für Veranstaltungen mit Unterhaltungscharakter, die unter 2G-Bedingngen stattfinden müssen, gelten laut Verordnung keine Besucherhöchstzahlen.
 
Allgemeinbildende Schulen

Der Zugang zu den allgemeinbildenden Schulen und Kindertagesstätten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Musik- und Kunstschulen ist weiter möglich unter der Voraussetzung eines Testnachweises (§ 24 Abs. 1 und 4). Schülerinnen und Schüler müssen sich an drei nicht aufeinander folgenden Tagen pro Woche testen, um am Präsenzunterricht teilzunehmen.
 
Die Maskenpflicht ist beim Singen und Spielen von Blasinstrumenten aufgehoben (§ 24 Abs. 5 Nr. 1), hier muss ein Abstand von 2m eingehalten werden (§ 24 Abs. 7).
 
Das Bildungsministerium kann für einzelne Jahrgangsstufen die Präsenzpflicht aufheben (§ 24 Abs. 10). Die Weihnachtsferien beginnen drei Tage früher, also bereits am 20. Dezember 2021.
 
Abstandsgebot, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkung

Grundsätzlich gilt ein Abstandgebot von 1,5m (§ 3 Abs. 1). Dies gilt nicht für Schulkinder bei der Ausübung von außerschulischen Bildungsangeboten (§ 3 Abs. 3 d) und nicht bei der Wahrnehmung von Bildungs- sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten (§ 3 Abs. 5).
 
Soweit das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann, ist eine medizinische Maske zu tragen (§ 4 Abs. 1). Soweit Kinder unter 14 Jahren keine medizinische Maske tragen können, reicht ersatzweise eine Mund-Nasen-Bedeckung (§ 4 Abs. 3). Im öffentlichen Raum ist der gemeinsame Aufenthalt von höchstens fünf Personen zulässig. Geimpfte und genesene Personen zählen hierbei nicht mit (§ 9 Abs. 1 Nr. 3). Die Regelungen für das Ensemblemusizieren (§ 21) bleiben hiervon unberührt.
 
2G-Personenkreis

Eine Zutrittsgewährung nach 2G-Regelungen umfasst folgenden Personenkreis: geimpfte und genesene Personen, Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit Testnachweis (§ 7 Abs. 1 Nr. 1-4). Als Testnachweis gilt ein nicht länger als 24 Stunden zurückliegender Antigen-Test oder ein nicht länger als 48 Stunden zurückliegender PCR-Test (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2).
 
Weitere Schutzmaßnahmen

Die Landkreise können weitere Schutzmaßnahmen beschließen, wenn das lokale Infektionsgeschehen dies erfordert (§ 27 Abs. 1 Satz 1).

Weitere Infos in den FAQ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie unter corona.brandenburg.de.

Infektionsschutzgesetz

Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag beschlossen, das Infektionsschutzgesetz (IfSG) zu ändern. Die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite läuft mit dem 25. November aus. Das neue Infektionsschutzgesetz tritt am 24. November 2021 in Kraft und soll ermöglichen, auch weiterhin erforderliche Corona-Schutzvorkehrungen zu treffen.

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz gilt nun die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Arbeitgeber und Beschäftigte müssen bei Betreten der Arbeitsstätte einen Impf- oder Genesenennachweis oder einen aktuellen Nachweis über einen negativen Coronatest mitführen. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen müssen die Nachweise kontrollieren und dokumentieren.
 
Für Büroarbeiten gilt die Homeoffice-Pflicht, wenn dem keine betriebsbedingten Gründe entgegenstehen.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen finden Sie hier unter www.bundesregierung.de.

Wo be­an­tra­ge ich Co­ro­na-Hil­fen?

Corona-Kulturhilfe

Die Corona-Hilfe für Kultureinrichtungen richtet sich an kommunale Kultureinrichtungen und gemeinnützige kulturelle Vereine sowie Stiftungen und Gesellschaften und dient zur Kompensation von Einnahmeausfällen. Sie ergänzt die bestehenden Hilfsprogramme des Landes und des Bundes. Einrichtungen aus dem Land Brandenburg oder Einrichtungen, die ihr überwiegendes Tätigkeitsfeld im Land Brandenburg haben, konnten bis zu 100 Prozent ihrer Einnahmeausfälle, die zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2021 entstanden sind, ersetzen lassen. Im vergangenen Jahr wurden landesweit etwa 250 Kultur-Einrichtungen mit rund 4 Millionen Euro aus Mitteln der Kulturhilfe unterstützt. Anträge konnten bis zum 30. Juni 2021 gestellt werden. 

Kofinanzierung von Bundesprogrammen

Im Sommer 2020 hat die Bundesregierung u. a. das Programm NEUSTART.KULTUR aufgelegt, das im Jahr 2021 fortgeführt wird. Die zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie aufgelegten Bundesprogramme erfordern eine Kofinanzierung der Antragstellenden. Auf Antrag kann gemäß der Richtlinie des MWFK zur Kofinanzierung von Bundesprogrammen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie dieser Kofinanzierungsanteil vom Land Brandenburg übernommen werden, wenn er nicht durch Eigen- oder Drittmittel des jeweiligen Antragstellenden sichergestellt werden kann.

Die Antrags-/Zuwendungsberechtigung ergibt sich aus den jeweiligen Förderregularien des Bundes und der vom Bund beauftragten Bewilligungsstelle. Kommunen und kommunal getragene Einrichtungen sind von der Antragstellung ausgeschlossen. Förderfähig sind nur Maßnahmen im Durchführungszeitraum 2021.

Anträge können bis 30. Oktober 2021 (Ausschlussfrist) gestellt werden. Weitere Infos auf der Website des MWFK...

Überbrückungshilfe III Plus

Mit der Überbrückungshilfe III Plus unterstützt die Bundesregierung im Förderzeitraum Juli bis Dezember 2021 alle von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler bei der Deckung von betrieblichen Fixkosten ab einem Umsatzrückgang von 30 Prozent. Die Konditionen entsprechen denen der Überbrückungshilfe III. Zusätzlich wird eine Restart-Prämie gewährt. Die Antragstellung erfolgt über prüfende Dritte.

Die Antragsfrist für Erstanträge zum Förderzeitraum Juli bis Dezember endet am 31. Dezember 2021. Alle Antragsteller, die bereits eine Bewilligung oder Teilbewilligung der Überbrückungshilfe III Plus für den Förderzeitraum Juli bis September erhalten haben, können Änderungsanträge zum Förderzeitraum Oktober bis Dezember bis zum 31. Dezember 2021 stellen.

Weitere Informationen unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen

Die Bundesregierung hat einen Sonderfonds für Kulturveranstaltungen aufgelegt, der neben NEUSTART Kultur und der Überbrückungshilfe für Solo-Selbstständige Künstlerinnen und Künstler dieser Ausnahmesituation Rechnung trägt. Der Sonderfonds hilft mit den zwei Modulen "Wirtschaftlichkeitshilfe" und "Ausfallsicherung" und wird von den Ländern umgesetzt.

Weitere Informationen unter www.sonderfonds-kulturveranstaltungen.de.

Mikrostipendien III für freischaffende Künstlerinnen und Künstler

Das Corona-Programm Mikrostipendien III ist abgeschlossen. Im Rahmen des Programms Mikrostipendien III wurden 1.000 Stipendien à 4.000 Euro an freischaffende hauptberufliche Künstlerinnen und Künstler der Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik mit Erstwohnsitz im Land Brandenburg vergeben, zum Erhalt ihrer künstlerischen Fähigkeiten und Realisierung künstlerischer Projekte in der fortdauernden Pandemie. Kunstschaffende, die 2020 bereits ein Mikrostipendium I und/oder II erhalten hatten, konnten dennoch auch ein Mikrostipendium III erhalten, wenn sie die Voraussetzungen wieder erfüllten.

Weitere Informationen unter www.mwfk.brandenburg.de.

Weitere Informationen zu Hilfsprogrammen

...finden Sie in den FAQ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg sowie in einer Zusammenstellung zum Thema "Unterstützung für Kultur und Kreativwirtschaft" des MWFK hier.

Ak­tu­el­le För­der­pro­gram­me

Aufholpaket kulturelle Bildung im Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche"

Die Bundesregierung hat das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ in Höhe von zwei Milliarden Euro für die Jahre 2021 und 2022 beschlossen.

In diesem Rahmen schafft das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Angebote, die schnell bei Kindern, Jugendlichen und Familien ankommen sollen: im Bereich der frühkindlichen Bildung, zusätzliche Sport-, Freizeit- und Ferienaktivitäten sowie Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Alltag. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Schülerinnen und Schüler mit einer Milliarde Euro dabei, Lernrückstände mit zusätzlichen Förderangeboten aufzuholen. Es können u.a. musikalische Elementarangebote und Ensemblearbeit an Musikschulen gefördert werden.

Eine Antragstellung für das Jahr 2021 ist bis zum 19.11.2021 möglich.

Weitere Informationen unter www.bkj.de

Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en und Hand­rei­chun­gen

  • 13.09.2021 | Uniklinikum Freiburg, HfM Freiburg et al: "Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik" mehr
  • 19.08.2021 | Bundesmusikverband Chor & Orchester: "Grundlagen für das Musizieren unter Pandemiebedingungen" mehr
  • 26.07.2021 | Max-Planck-Gesellschaft: "Musik stärkt Resilienz in der Coronakrise" mehr
  • 15.07.2021 | University of Bristol: "Aerosol and droplet generation from performing with woodwind and brass instruments" mehr
  • 07.06.2021 | Freiburger Institut für Musikermedizin, Musikhochschule Freiburg: "Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik" mehr
  • 29.04.2021 | Neue Musikzeitung: "Wie die Pandemie sämtliche Ebenen der Chorarbeit trifft" mehr
  • 29.04.2021 | Deutscher Musikrat, Zentrum für Kulturforschung: "Eiszeit? Studie zum Musikleben vor und in der Corona-Zeit" mehr
  • 23.04.2021 | Deutscher Musikrat: "Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Wiederaufnahme des musikalischen Betriebs" mehr
  • 12.01.2021 | Aerosolstudie des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Kooperation mit dem Konzerthaus Dortmund mehr
  • 25.11.2020 | LMU Klinikum München, UK Erlangen, BR: Aerosolverbreitung beim Spielen von Trompete, Querflöte und Klarinette mehr
  • 06.10.2020 | MWFK: Hygienerahmenkonzept für Kinos und Kultureinrichtungen mehr
  • Robert Koch Institut: Aktuelle Hinweise zum Corona-Virus mehr
  • VBG Unfallversicherung: SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard. Empfehlungen für Bildungseinrichtungen mehr
  • 13.08.2020 | Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin "Musizieren während der SARS-CoV-2-Pandemie" mehr
  • 03.07.2020 | Charité: "Aerosolbildung beim Singen und Handlungsempfehlung Chorgesang" mehr
  • 03.07.2020 | LMU Klinikum: "Erste Ergebnisse zu Aerosol-Studie mit dem Chor des BR" mehr
  • MIZ Fokus "Musik in der Corona-Krise, Positionen von Musikverbänden" mehr
  • 26.04.2020 | Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien, Prof. Dr. Matthias Bertsch: "Sind Blasinstrumente Virenschleudern?" mehr